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11.12.2018

LogiMAT 2019 - FORUM: Digital – fatal?

…oder Turbo für das Lager!

Donnerstag, 21. Februar 2019 von 10:00 bis 11:15 Uhr, Forum B, Halle 3

 

Moderation: Prof. Dr. Dr. Bernd H. Kortschak, Inhaber des Lehrstuhls Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Logistik, Fachhochschule Erfurt

 

Noch immer wird das Lager oft als absolute Notwendigkeit, so ähnlich wie ein technischer Sachzwang gesehen. Es kostet nur, bringt kein Geld, aber man wird es auch nicht los. Daher wird auch nur widerwillig in ein Lager investiert, das Geld kommt zu spät – oder es werden die Finanzmittel nicht in erforderlicher Höhe bewilligt. Die Folge: Das, was ein Lager leisten muss, nämlich Pufferbestände auch in den Spitzenzeiten zu lagern, schnell zu kommissionieren und eine reaktionsschnelle Verladung zu ermöglichen, das geschieht immer weniger, weil alles im Lager zu „klein“ ausgeführt wird – oder bei einem wachsenden Unternehmen – zu klein geworden ist: Das was es leisten sollte oder könnte, tut es nicht, und das, was es leistet, ist mit vielerlei Mängel behaftet.

 

Will man die Digitalisierung im Lager zum Erfolg führen, bedarf es eines gedanklichen Befreiungsschlages aus diesem Leidensdilemma. In der Logistik und im modernen Supply Chain Management ist die Existenz eines Lagers nur aus Wirtschaftlichkeitsgründen zu rechtfertigen: Entweder ich kann durch das Lager den Markt billiger versorgen als ohne – oder Dank des Lagers verbessere ich meinen Lieferservice so sehr, dass der Umsatz nicht nur gehalten, sondern sogar gesteigert werden kann.

 

Dieser wirtschaftlichen Betrachtung muss aber eine Alternativenbewertung vorangehen. Welche Alternativen habe ich zum Lager? Lieferung direkt aus der Produktion, z. B. Book on Demand kundenindividuell gedruckt, statt dem Lager entnommen? Oder Ersatzteile aus dem 3D-Drucker statt auf Lager der möglichen späteren Verschrottung entgegensehen? Diese Beispiele orientieren sich an Innovationen, die die Digitalisierung hervorgebracht hat, und auf das Lager – insbesondere das Lagergut – zurückwirken.

 

Wird das Lagergut noch immer auf Grund von statistischen Verfahren disponiert, die Spitzenbedarfe glätten und Sicherheitsbestände explodieren lassen? Oder erfolgt die Disposition schon auf Grund präziserer Vorhersagen als in der Vergangenheit? Hier kann die Digitalisierung helfen, die Bestände auch im Lager präziser zu fassen, Algorithmen und Künstliche Intelligenz helfen genauso, wie neue Technologien für Inventur und Obsoletenmanagement.
Doch die eigentliche Frage stellt sich nach der Automatisierung im Lager. Schon vor Jahren haben beim japanischen Werkzeugmaschinenhersteller Funac Roboter die Roboter gebaut, die die Roboter gebaut haben. Die Fabrikshalle war menschenleer. Gab es deshalb keine Mitarbeiter mehr? Nein, sie waren als IT-Spezialisten und Instandhaltungstechniker nicht in der Fabrikhalle sichtbar. Damit das aber funktionierte, bedurfte es schon damals bei Funac einer ausgezeichneten Datenbasis und Qualität der IT-Daten sowie einer vorbeugenden Instandhaltung, heute gerne punktgenau als prädictive Maintenance umgesetzt, wo bei Verschleißteilen der Wartungszeitpunkt abnützungsabhängig vorher bestimmt wird. Was hilft aber die beste Vorhersage und Echtzeitmonitoring, wenn dann nicht danach gehandelt wird?

 

Wenn Sie die Chancen und Risiken für die Digitalisierung im Lager an Hand neuer innovativer Lösungen, die den Weg in die Zukunft zeigen, kennenlernen wollen, kommen Sie und schauen Sie sich das an!

 

 

Hinweis: Für den redaktionellen Inhalt dieser Meldung ist das Unternehmen bzw. Institut verantwortlich, das dieses Forum veranstaltet.