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03.12.2014

FORUM: Dynamische Lagerbalance

Von Menschen für Menschen geschaffen

Mittwoch, 11. Februar 2015 von 10:00 bis 11:30 Uhr, Forum II, Halle 3

 

Moderation: Prof. Dr. Dr. Bernd H. Kortschak, Inhaber des Lehrstuhls Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Logistik, Fachhochschule Erfurt

 

Noch immer klaffen Lagerplanung und nachträgliche Lagerleistung auseinander: Bei der Lagerplanung dominieren statische Kostengrößen, wie z.B. der billigste Palettenplatz bei der Investition und die nachträgliche Optimierung durch den Lagerplatzverwaltungsrechner. Fragen nach dem Layout, dem optimalen Personaleinsatz werden dabei in der Regel nicht beachtet, obwohl die kurzfristige Zeitausgleichsfunktion durch Bestandsvariierung zur Kernfunktion des Lagers im Supply Chain Management zählt.

Wie kommt es zur Lücke? Weil bei der Planung vornehmlich statische Planungsgrößen oder Budgetrestriktionen die Entscheidungen bestimmen, während beim Betrieb des Lagers Belastungsspitzen bei der Ein- und Auslagerung bei einer durchschnittlichen Auslastung von etwa 70% und der dafür erforderliche Personaleinsatz die Handlungsmaximen bestimmen.
D.h. mit anderen Worten: Bei der Planung dominieren technische Parameter und Kostenwirtschaftlichkeit, nach der Inbetriebnahme ist Leistung und Qualität – durch Menschen für Menschen – gefordert.

Gerade aus Supply Chain Management Perspektive gilt, dass die logistische Kette so stark ist, wie ihr schwächstes Glied, und das ist wie aus den obigen Gründen geschildert, zumeist das Lager. Hinzu kommt, dass die Belastungsspitzen, die das Lager bewältigen soll, durch statistische Methoden verzerrt werden: Sicherheitsbestände werden zu hoch ausgewiesen, während Belastungsspitzen geglättet werden. Entscheidend dabei ist, dass man bei der Lagerplanung die tatsächlichen Belastungsspitzenbedarfe schonungslos offengelegt werden müssen, soll beurteilt werden, ob das nachträglich zu errichtende Lager tatsächlich seine Funktion in der logistischen Kette erfüllen; gelingt es, ist Lagerbalance erreicht.

Wie lassen sich nun die Dynamikerfordernisse im Lager – durch Menschen für Menschen – erfüllen, und zwar durch Berücksichtigung bei der Planung?

Am Beginn steht die Wahl einer geeigneten Methode: Die weit verbreiteten statistischen Methoden bilden die Dynamikerfordernisse nicht ab, was könnte an ihre Stelle treten? Wenn nichts anderes hilft, taggenaue Zugangs- und Abgangsmengen (oder Schichtleistungen) ausgehend vom letzten Inventurwert. Da die Leistung des Lagers als empfängerbezogene Bündelung zur Verwendung der nachfolgenden Stufe in der Logistischen Kette ermittelt werden kann, ist die Kommissionierung als integrierender Bestandteil des Lagers bei der Realisierung der empfängerbezogenen Bündelung miteinzubeziehen, weil sie in Bezug auf den Lagerbetrieb als eigentlicher Knappheitsfaktor aus wirtschaftlicher Sicht angesehen werden kann.

Kommissionierroboter, weisen derzeit nur wenig Einsatzfelder auf, die sich mit vertretbarem Programmieraufwand flexibel genug automatisieren lassen, daher ist der menschliche Einsatz im Lager unabdingbar. Und hier muss bei der Kommissionierung beachtet werden, dass das zu kommissionierende Gut beim Kunden so ankommen soll, wie dieser es erwartet – neben der Raschheit der Kommissionierleistung ist daher auch die entsprechende Qualität – durch Menschen für Menschen – gefragt.

 

Hinweis: Für den redaktionellen Inhalt dieser Meldung ist das Unternehmen bzw. Institut verantwortlich, das dieses Forum veranstaltet.

 

 

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